Abschied

Verabschiedung

Nur noch wenige Tage, einzelne Gottesdienste, ein paar Begegnungen, dann wird Dekan Breu aus seinem Dienst im Dekanat Altdorf entlassen. Zum kleinen Interview trafen sich mit ihm Sebastian Macher und Diakonin Bärbel Issler. 

„Vermissen werde ich die Gottesdienste in der Laurentiuskirche, die tolle Kirchenmusik, die vielen Begegnungen mit interessanten Menschen z.B. bei den geistlichen Abenden zum Reformationstag“, so Jörg Breu. Auch wenn er jetzt seinen „Traumjob in Regensburg“ antritt, so Breu, „das große Familienhaus“, wird ihm fehlen. Heimat auf Zeit, das kenne er schon sein ganzes Leben lang. „Schon 15 mal bin ich umgezogen.“ In Altdorf war er mit am längsten, wenn man von den zwölf Jahren, die er in Regensburg aufgewachsen ist, mal absieht. Eine geistliche Heimat sei ihm sein kosmologisches Christusbild, „eins sein mit der Schöpfung“, und dann natürlich auf See: „da fühle ich mich Gott nah“. Diese große Leidenschaft will der begeisterte Segler auch weiterhin pflegen. 

In Regensburg reizen ihn die Vielfalt der Arbeit mit den 24 Kirchengemeinden, sowie die Zusammenarbeit etwa mit dem Diakonischen Werk, der Jugendsozialarbeit oder dem Kirchengemeindeamt. Besonders freut er sich aber auf die Gestaltungsmöglichkeiten und die konzeptionellen Überlegungen im Blick auf die drei großen Innenstadtkirchen. Im 180km breiten Dekanat könne man sich auch manchmal wie „auf einer Zeitreise“ vorkommen, so Breu. „Von konservativ bis modern“ sei alles dabei. Das gefällt ihm. Am 15. März wird Jörg Breu in Altdorf verabschiedet. Bis dahin ist noch einiges zu tun. Leitungs- und Medientraining, ein Klosteraufenthalt, Studienurlaub und „natürlich hier alles geordnet hinterlassen“, das seien die Dinge, die noch anstehen. Auch der Umzug will geplant sein. In Altdorf steht Jörg Breu auch für politische Predigten, für bürgerschaftliches Engagement, dafür, sich für Menschen einzusetzen, die Hilfe benötigen. Dialog ist ihm wichtig und wir kennen von ihm klare, deutliche Statements, die auch manchmal zu kontroversen Diskussionen geführt haben. Gefragt nach den Wünschen für seine Kirche, weiß er genau, was ihm wichtig ist: „Weiterhin viel Mut. Und Dinge, die dran sind, einfach tun – so wie mit dem Schiff für die Seenotrettung. Im gesellschaftlichen Dialog bleiben und was ganz wichtig ist: anstehende Veränderungen ohne Depression als Chance wahrnehmen.“ Das Festhalten an alter Größe sei der falsche Weg, betont der 54-Jährige. „Ein Marktplatz ohne Durchfahrtsstraße“, meint er schmunzelnd, wäre sein Wunsch für die Stadt Altdorf und dass diese weiterhin in den offenen Diskurs mit den Menschen geht. „Dass die Zusammenarbeit zwischen Kirche und Stadt als Gewinn empfunden werden kann“, erhofft er sich für die Altdorfer. Und für die Kirchengemeinde? „Dass der anstehende Generationenwechsel im Team der Hauptamtlichen und die damit verbundenen Veränderungen gut bewältigt werden und als Chance genutzt werden können“ fasst Breu zusammen.