Bläsergruß aus Burgthann für den 24.02.2021

Achim Schmidtkunz spielt diesen weltberühmten Hit voller Sehnsucht am Lagerfeuer. Ein Bläsergruß aus dem Dekanat in schwerer Zeit. Wenn ich die Worte des bekannten Beatle-Songs höre, werde ich wehmütig und ein tiefer Seufzer kommt aus meiner Brust. „Gestern“ – und ich spüre noch genau, wie alles war, gestern. Und ich weiß, wie schön es sein könnte, wenn nicht Corona und Lockdown und Pandemie und, und, und wären.

„Über mir hängt ein Schatten“ und „ich brauche einen Ort, an dem ich mich verstecken kann“ texten John Lennon und Paul McCartney. Ja, das stimmt. Und dennoch habe ich den Eindruck, dass wir bereits weiter sind. Mit den ersten Sonnenstrahlen bewegen sich die Menschen wieder vorsichtig hinaus ins Freie. Es ist anders als 2019, aber auch anders als 2020. Wir gestalten das Heute – im Rahmen seiner Möglichkeiten. Corona bleibt, aber wir bleiben auch. Und so finden sich neue Wege. Nicht rückwärtsgewandt, sondern nach vorne gerichtet.

In der Passionszeit setzen wir uns in der Kirche ganz bewusst mit dem Loslassen müssen, mit dem Abschied nehmen und unwiederbringlichen Verlust auseinander. Schwere Themen des Lebens, die dennoch so prägend zu ihm gehören. Doch am Ende der Passionszeit steht für das Christentum die Auferstehung Jesu. Gottes JA über allem Tod und Schmerz und Verlust. Und insofern verändert sich die letzte Textzeile des Liedes bei mir vom sehnsüchtigen „Oh, ich glaube an das Gestern“ hin zu einem „Ich vertraue auf das Morgen Gottes“, das mir heute schon die Kraft gibt, die Veränderungen in die Hand zu nehmen. Amen.

Bläser: Achim Schmidtkunz
Burgthann Besinnung: Martin Adel, Altdorf
 

 

Bläsergruß aus Altdorf am 17.02.2021 

 
Text: Clemens Bittlinger
Melodie: Sam Samba, Satz: Katrin Münch
Andacht: Martin Adel
 
Dieser Blech-Bläsergruß kommt von Katrin Münch und ihrem Ehemann Andreas aus der Laurentiuskirche in Altdorf – die Worte von Clemens Bittlinger sind für die beiden wie ein Hoffnungszeichen in schweren Zeiten. 
Bläsergrüße mitten im Lockdown. Keine Ignoranz, kein Übermut, sondern verantworteter Umgang mit dem wenigen, was möglich ist. Wie ein Schneeglöckchen, das die Schneedecke durchbricht, auch wenn alle noch vom Frost gebeutelt sind.
Das Kreuz ist für uns Christen auch so ein Durchbruchs-Zeichen. In der Passionszeit setzen wir uns ganz bewusst mit den schweren Seiten des Lebens auseinander, mit Verrat, Schuld, Verlust, Schmerz und Abschied. Doch gleichzeitig sind wir dabei nicht nur Verlorene, sondern auch Gehaltene. Denn die Kreuze, die auf unseren Friedhöfen stehen und die in unseren Wohnungen hängen, haben immer diese doppelte Botschaft. Christus auch dort an unserer Seite, wo wir ihn so sehnlich vermissen und Christus der, der uns nicht im kalten Grab zurücklässt, sondern uns hindurchführt in seine Ewigkeit.
An dieser Stelle wird das Kreuz zum doppelten Zeichen des Lebens: die einen dürfen wir Schritt für Schritt loslassen in Gottes Herrlichkeit und wir selbst dürfen getröstet, ermutigt und gestärkt zurückkehren in unsere Endlichkeit. Das Kreuz Christi ist gleichsam das Zeichen, das unsere Gräber von unten durchbricht und uns verbindet mit Gottes Unendlichkeit.
 
Damit wird die Passionszeit vergleichbar dem Training im Sport; man bereitet sich vor auf die schmerzhaften Erfahrungen des Lebens oder man wird gleichsam durch das Einüben herausgeführt aus so mancher eigenen Enge und wird wieder beweglicher – geistig und seelisch.
 
Clemens Bittlinger schreibt dazu:
 
"Dieses Kreuz, vor dem wir stehen, setzt ein Zeichen in die Welt,
dass sich, auch wenn wir’s nicht sehen, Gottes Geist zu uns gesellt,
uns bestärkt in schweren Zeiten, trostvoll uns zur Seite steht
und bei allen Schwierigkeiten unsern Kreuzweg mit uns geht.
 
Dieses Kreuz, auf das wir sehen, es erinnert uns daran:
wenn wir denken, wir vergehen, fallen wir in Gottes Hand.
Solchen Grund kann niemand legen, niemand stieg so tief hinab.
Und am Ende aller Wege auferstand er aus dem Grab.
 
Dieses Kreuz will uns beleben, deutet in die Ewigkeit,
und im Glauben spürn wir eben einen Hauch Unendlichkeit.
Nicht der Tod ist mehr das Ende, es geht weiter, ganz gewiss,
und das Kreuz steht für die Wende, dass die Liebe stärker ist."
 
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