Karatu: Dekan i.R. Samwel Slaa verstorben

Dekan Samwel Slaa, 2010
Bildrechte: privat

Ein langjähriger und zuverlässiger Wegbegleiter der Partnerschaft zwischen unserem Altdorfer Dekanat und dem tansanischen Dekanat Karatu, Dekan i.R. Samwel Slaa, ist nach längerer Krankheit in der Nacht zum 3. Dezember 2021 verstorben.

Slaa, der aus der Feuchter Partnergemeinde Baray stammt, war viele Jahre Pfarrer in den Gemeinden Mangola und Baray am Ufer des Lake Eyassi.
Jahrzehntelang war er als Gemeindepfarrer in seinem Heimatgebiet rund um den Lake Eyasi tätig. Dort lebt ein buntes Gemisch von Völkern, etwa die noch heute sehr traditionell lebenden Völker der Hadza oder der Datooga. Als Einheimischer, dem Volk der Iraqw angehörig, fand er einen freundschaftlichen Zugang zu diesen Volksgruppen und setzte sich für die Bewahrung deren kultureller Identität ein.

Das Wohl der Menschen lag ihm am Herzen: zusammen mit ihm wurde im Rahmen der Partnerschaft die Krankenstation in Baray gebaut, Kirchengebäude in vielen Gemeindeteilen errichtet und eine Reihe von Kindergärten im Dekanat Karatu in Betrieb genommen.

Im Jahr 2003 war Samwel Slaa anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Partnerschaft zwischen den Dekanaten Altdorf und Karatu zu Gast in unserem Dekanat und hat sich damals u.a. auch in das Goldene Buch des Marktes Feucht eingetragen.

Als er eigentlich in Ruhestand gehen wollte, wurde er von der Leitung seiner Diözese gebeten, das Amt des Dekans in Karatu zu übernehmen. Mit dem ihm eigenen Pflichtgefühl hat er sich dieser Aufgabe gestellt, sich um Ausgleich in der damals kirchenpolitisch schwelenden Frage nach Gründung einer eigenen Diözese bemüht und damals auch der Dekanats-Partnerschaft mit seiner Zuverlässigkeit gutgetan.

Schwer zu schaffen gemacht hat ihm in seinen letzten Dienstjahren der Tod seiner Frau. Nach dem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2017 lebte er in seinem Haus in Baray, umsorgt von einer Tochter und Enkelkindern, doch machten ihm immer wieder schwerere Erkrankungen zu schaffen. So überstand er beispielsweise erst im Frühjahr 2021 eine schwere COVID-Erkrankung.
Ende November wurde er mit akuten Herzproblemen ins Kilimanjaro Christian Medical Center in Moshi gebracht, wo er aber das Bewusstsein nicht wiedererlangte und verstarb.

Die Beerdigung fand unter großer Anteilnahme am 8. Dezember in seinem Heimatort Baray statt.

Mit Samwel Slaa verliert das Dekanat Karatu einen besonnenen und altersweisen Pfarrer und Berater und die Dekanatspartnerschaft Altdorf–Karatu einen treuen Freund und Vermittler.

Wir wissen ihn bei Gott geborgen: Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn. (Römer 8,38f.)

Roland Thie