Rückblick zur Dekanatssynode im Juli

Dekanatssynode 2021
Bildrechte: Ev.-Luth. Dekanat Altdorf

In der Laurentiuskirche in Altdorf tagte die evangelische Dekanatssynode am 15. Juli 2021. Sie setzt sich zusammen aus 54 gewählten Delegierten der Kirchenvorstände der Gemeinden (Altdorf, Altenthann, Burgthann, Eismannsberg Entenberg, Feucht, Leinburg, Oberferrieden, Postbauer-Heng, Rasch, Schwarzenbruck und Winkelhaid) und den PfarrerInnen des Dekanats.

Das Präsidium der Dekanatssynode, der Stellvertretende Dekan Matthias Halbig und Claudia Holzammer, begrüßten die Teilnehmenden und eröffneten die Tagung. Ein Gruß ging auch an die per Videokonferenz Teilnehmenden.

Nachdem die Synode im Frühjahr 2020 noch am Vortag abgesagt werden musste, ist dies die erste mit den neugewählten Delegierten. Dementsprechend groß war die Freude an Austausch und Gespräch. Dekan Martin Adel wird begrüßt, auch für ihn ist es die erste Dekanatssynode seit seinem Dienstantritt in Altdorf im vergangenen August.

Die Tagung begann mit einer Andacht zur Tageslosung durch Pfr. Matthias Halbig. „Geduld aber habt ihr nötig, auf dass ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt.“ (Hebräer 10, 26).

Zu den Aufgaben der Dekanatssynode gehört es, einmal im Jahr die Berichte aus dem Dekanat entgegen zu nehmen, beginnende mit dem Bericht des Dekans. Er hat die Tagung unter das Wort der Tageslosung gestellt. „Geduld haben wir nötig, Demut und Dankbarkeit.“ Sein Dank geht an die Vielen, die Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen in diesen schwierigen Zeiten, für Gottes Führung und für die geistliche Gemeinschaft im Mitdenken, Beten und Beraten quer durch das ganze Dekanat. Die Gemeinden haben kreative Formen der Beteiligung und der Gemeinschaft erprobt mit Video-Krippenspielen, Stationengottesdiensten, Kleinstgruppenkonfirmationen, Segnung durch Eltern, Freunde, Geschwister, Taufen durch Paten, um nur einige zu nennen. Dazu kommt alles, was online zu empfangen war.

Drei Highlights nannte Dekan Adel: die Andacht zum Jahrestag des Lockdowns, gemeinsam mit den Dekanaten Hersbruck und Neumarkt, ein Ort für Trauer, Wut und Hoffnung unter Beteiligung von Schule, Gastronomie, Pflege und Kunst. Die Wiedereinweihung der Dreieinigkeitskirche in Winkelhaid am 1. Advent nach der Renovierung und die Wiedereinweihung der St. Peter und Paul-Kirche in Entenberg nach 2 ½ jähriger Renovierung Anfang Juli.

Belastend ist die Situation mit mehreren langen Vakanzen im Dekanat, weitere Stellen werden frei. „Wir sind im Umbruch, wir werden stetig weniger. In 14 Jahren werden die evangelischen Gemeinden mit 10-20% gesunkenen Gemeindegliederzahlen und der Hälfte an PfarrerInnen umgehen müssen. Der Weg dahin lässt sich jetzt gestalten, da wir noch gute Bedingungen haben. Dabei werden u.a. die regionale Zusammenarbeit und die Vernetzung noch größere Bedeutung bekommen“

Die Vorstellung aus der Arbeit der Werke und Dienste im Dekanat fasst Adel zusammen: „Sie sind erfrischend, beeindruckend und ermutigend und ein Ausdruck der Lebendigkeit und Vitalität.“ Trotz der Einschränkungen hat sich das Erwachsenenbildungswerk NAH (Neumarkt Altdorf Hersbruck) im Juni neugegründet unter dem Impuls „Zurück auf die Marktplätze!“ Pfrin Nicola Neitzel wurde mit Dank aus der Beauftragung zur Erwachsenenbildung verabschiedet. Es folgten die Berichte der Dekanatsjugend, des Schulreferats, der Notfallseelsorge, des Diakonischen Werkes, aus der Karatupartnerschaft, von der Verwaltungsstelle und den KiTas, aus der Kirchenmusik.

Michael Gruß, stellvertretender Leiter der Verwaltungsstelle, berichtete anschließend von dem geplanten Zusammenschluss der evangelischen Verwaltungsstellen Altdorf, Hersbruck, Nürnberg, Weiden, Sulzbach-Rosenberg, Neumarkt in einem Zweckverband. 159 Kirchengemeinden mit 277.267 Gemeindegliedern soll dieser Verbund umfassen. Der Zusammenschluss ist wirtschaftlich notwendig, aufgrund der Unterschiedlichkeiten jedoch ein komplizierter Prozess. Die Dekanatssynode will den Zusammenschluss im November beraten und beschließen.

Den Schwerpunkt der Synode bildete die zukünftige Dekanatsentwicklung. Pfarrer Dr. Bernhard Petry stellte dabei die Ergebnisse aus der Gemeindebefragung im Frühjahr vor. In dem 100% Rücklauf zeigte sich die überwältige Lebendigkeit des Gemeindelebens. Gleichzeitig wurde sichtbar, dass die Stärken der Gemeinden wie Mitarbeitende, Gottesdienste, vielfältige Angebote und Gemeinderäume in gleicherweise auch die Sorgen der Gemeinden sind. Dazu kommt die Tatsache, dass es weniger Hauptamtliche geben wird, dass die Ehrenamtlichen älter werden und weniger Menschen kirchliche Berufe ergreifen. Hauptamtliche werden zukünftig eher Kernaufgaben wahrnehmen und die Ehrenamtlichen begleiten und fördern. Dekan Adel lädt die Synodalen ein, mit wachem Blick und hoffnungsvollem Herzen die notwendigen Veränderungen zu gestalten und die Gemeinden für die Zukunft fit zu machen.

Die Synode endete mit einem Abendsegen von Matthias Halbig, der demnächst nach Nürnberg wechselt und als stellvertretender Dekan dankbar verabschiedet wurde.

Barbara Overmann