Verabschiedung von Pfarrer Manfred Schneider

Pfarrer Manfred Schneider
Bildrechte: Ev.-Luth. Kirchengemeinde Altdorf

Pfarrer Schneider [bisher tätig in der Kirchengemeinde Altdorf] wird Ende April seinen Ruhestand antreten. Dazu fragte ihn Claudia Katzer im Altdorfer Kirchenboten, wie er sich auf seinen Ruhestand vorbereitet und was er aus den vielen Jahren in unserer Gemeinde für sich mitnimmt.

In ein paar Monaten darfst du, lieber Manfred, in deinen Ruhestand eintreten. Welche Dinge wirst Du noch in den letzten Monaten in der Gemeinde erledigen?

Pfarrer Manfred Schneider: Es sind eher nur noch einige Wochen, wie ich selbst mit Erstaunen und Erschrecken
registriert habe. Aufgrund der coronabedingten Einschränkungen war und ist diese Zeit ein eher „Ausklingen
angenehm, auf der anderen Seite ein Stück weit enttäuschend, weil vieles nicht möglich ist. Ich hätte gern noch
mit meinen Konfirmanden Konfirmation gefeiert, die wird jetzt vom April in den Sommer verschoben, oder ein anderes Beispiel: ich würde gern noch Klein-Kindergottesdienst feiern, aber ob das noch möglich sein wird? So sind diese Wochen ein Abschied nehmen, verbunden mit mancher Trauer, Abschied (Wegwerfen) von Arbeitsmaterialien, dich ich mir in den Jahren erarbeitet habe und nicht mehr brauchen werde, aber vor allem schon ein stilles Abschied nehmen von den Menschen in Altdorf.

Danach kehrt Ruhe ein im Hause Schneider?

Pfarrer Manfred Schneider: Ob Ruhe, dass weiß ich nicht, auf jeden Fall wollen meine Frau und ich uns keinen Stress antun mit dem Umziehen (nach Nürnberg), sondern es ruhig angehen lassen. Wir können bis Anfang Herbst noch in Altdorf wohnen bleiben, so dass wir in Ruhe packen und entrümpeln, wie noch den Sommer im schönen Garten unseres Hauses genießen können. Und natürlich freue ich mich, dass da hoffentlich viel Zeit für Fahrradtouren und vielleicht kleine Urlaube ist. Aber noch schwebt über allem die Ungewissheit, ob meine Frau, wie beantragt, im September in den Ruhestand gehen kann.

Wenn du auf die Jahre deiner Arbeit in Altdorf zurückblickst, was waren die Momente, die bei dir besonders hängen geblieben sind?
Pfarrer Manfred Schneider: Da gibt es vieles, was ich nennen könnte, ich bin ja schließlich 18 Jahre in Altdorf. Da habe ich viele Menschen (und auch viele KollegInnen) kennengelernt und erlebt und viele Momente sind mit Namen und Gesichtern von Menschen verbunden. Was ich immer gern gemacht habe, das war mit Kindern, genauer mit Kindern und ihren Familien Gottesdienste zu feiern. Da gab es die Kindergarten-, Familien- und KleinKinder-Gottesdienste und ein Höhepunkt in meiner Erinnerung, das war "Go Kids" (ein Kindergottesdienst-Projekt). Und mir fallen die Konfirmationsgottesdienste ein. Besonders in Erinnerung habe ich, wo und dass aus dem Nebeneinander der Kirchen und christlichen Gemeinschaften in Altdorf ein Zunehmendes Miteinander geworden ist. Ich denke an die ökumenischen Gemeindefeste mit der katholischen Pfarrgemeinde und an das Fest der Christen.

Was wünschst du unserer Gemeinde?

Pfarrer Manfred Schneider: Es gib viele "Baustellen" in unserer Kirchengemeinde (Orgel, Kindergarten Röderstraße, Friedhof, Sanierung alte Verwaltungsstelle,Magdalenenkirche, um nur einige zu nennen), und mit den Finanzen sieht es auch nicht rosig aus, dazu erleben wir, dass die Verbundenheit der Menschen mit der Kirche – auch in Altdorf – abnimmt. Kürzungen drohen mit der neuen Landesstellenplanung. Da ist die Gefahr groß, davor zu erstarren wie die Maus vor der Schlange oder in hektische Betriebsamkeit zu verfallen und nach allen möglichen neuen Programmen und Modellen für Kirche zu suchen. Ich hoffe und wünsche den KollegInnen wie den Christen in Altdorf, dass sie Getrostheit und Gottvertrauen nicht verlieren, sondern mit großer Freude unseren Gott immer wieder ins Gespräch und Spiel bringen. Und versuchen unsere Botschaft, die von dem menschenfreundlichen Gott, wie er uns in Jesus Christus begegnet, zu leben und zu verkündigen.

Lieber Manfred, danke, dass du dir die Zeit genommen hast. Wir wünschen dir und deiner Frau für diesen neuen Lebensweg alles Gute und Gottes Segen.